Individualreisen

Flores, eine der vielen indonesischen Inseln und ihre Attraktionen

Verfasst von Joamar am 01. April 2014

Joamar

Die von den Portugiesen nach ihrer Eroberung so genannte Insel hat viel zu bieten: sie ist im äußersten Westen Startpunkt für die Touren zu den Inseln Komodo und Rinca mit den drachenähnlichen Waranen, im Insel-Innern bezaubert sie mit abwechslungsreichen gebirgigen Landschaften, mit kleinen einfachst gebauten beschaulichen Dörfern, in denen die Ikatweberei per Hand gepflegt wird und mit dem Vulkan Kelimutu nebst den 3 Kraterseen, die je nach Klima und Mineralstoffgehalt ihre Farben wechseln sowie mit den Küsten und ihren unzähligen wunderbaren Tauch- und Schnorchelrevieren.

In der Regel startet man von Bali aus oder landet dort zwischen bevor es weiter nach Flores geht, das sich eigentlich gar nicht mit einer so üppigen Blütenpracht schmückt, wie es der Name verspricht und das von nur wenigen Gesellschaften angeflogen wird. Auf dem Weg dorthin wird die Kamera fast überstrapaziert aufgrund der sich unten bietenden fantastischen Motive im Meer: unterschiedlichste Inseln und Inselchen in wunderbarster Grünpalette wechseln sich ab, weiße Strände, Korallenteppiche, Vulkane, Hügel und Gebirgsformationen, Landzungen, bizarre Buchten, das türkis und azurblau schillernde Meer und der Tropenwolkenhimmel als Kontrast.

Labuan Bajo heißt der Flughafen und reißt die Ankömmlinge, wieder festen Boden unter den Füßen, mit seinem Erscheinungsbild blitzartig zurück in die Realität und diese ist schlichtweg erst einmal sehr schäbig, technisch urzeitlich, zumindest noch momentan, denn hinter dem alten baufälligen winzigen Flughafengebäude sieht man schon ein kleines architektonisches Juwel, was irgendwann das alte Gebäude und die Baracken ersetzen soll. Ob die Technik dann mithalten wird, das ist noch die Frage. Das Gepäck wird auf eine Handkarre verladen und so per pedes zum „Terminal“ gezogen, dann durch eine Tür den Passagieren in dem stickigen, stinkigen und heißen Raum gereicht. Wehe, man muss mal zwischendurch müssen, das sollte man sich verkneifen um sich nicht gleich auch noch übergeben zu müssen! Draußen warten die kleinen Shuttlebusse für Touren und Hotels. Sowohl der Ort als auch die Hotels liegen nicht weit entfernt, so fährt man zwar durch das einfache schmuddelige Städtchen mit seinen wenigen Häusern, aber zahlreichen Buden, gelangt dann aber zu akzeptablen Unterkünften, allerdings leider an total zugemüllten Stränden – da muss noch viel getan werden, wenn der Tourismus in größerem Stil Einzug halten soll. Und genau das erhofft man sich, denn es ist ein Jachthafen geplant und einiges mehr.

Es fällt gleich auf, dass die Menschen hier ganz anders aussehen als auf Bali, manchmal fast an Aborigines erinnern, dabei sehr kleinwüchsig sind. Vor tausenden von Jahren sollen sich Flores und

die Nachbarinseln von dem australischen Kontinent losgelöst haben. Zwei alte Ureinwohner, die sich also nicht mit den Zuwanderern vermischt haben, soll es noch geben und diese sollen pygmäenhaft klein sein. 85% der Inselbewohner/innen sind Christen (meistens katholisch) mit animistischen Einflüssen, der Rest bekennt sich in der Regel zum Islam.

Die meisten Urlauber/innen buchen auf Flores eine Rinca- und Komodotour und diese startet früh am Morgen. Kurzzeitig ist warme Kleidung auf den Schiffen angebracht. Die Schnellboote brauchen natürlich nicht so lange zu ihren Zielen, Seekranke sollten die preiswerteren Seelenverkäufer nutzen, allerdings nicht ohne sich vorher nach Schwimmwesten an Bord zu erkundigen. Auf unserer Tour wurde zunächst Komodo angesteuert, was wir nach ca. 4 Stunden erreichten vorbei an unzähligen Fotomotivinselchen. Hin und wieder sind diese sogar ein wenig bewohnt. Jedoch bekommen diese Dörfer nur einmal pro Woche Trinkwasser sowie Lebensmittel angeliefert, ansonsten lebt man und ernährt sich vom Fischfang und bleibt unter sich. Uns war klar, dass die Waraneninsel etwas touristisch erschlossen ist, aber eigentlich war es dort doch relativ ruhig. Im Sommer sollen allerdings Besucherströme an den Waranen vorbeigeführt werden, Kreuzfahrtschiffe spucken Menschenmassen aus und ältere Passagiere würden sogar in Rollstühlen durch die Wildnis geschoben, hieß es. Am Eingang muss der Eintritt entrichtet werden, wobei die Kamera extra berechnet wird. Ohne Ranger darf man sich nicht durch den Park bewegen und dieser hat eine gabelähnliche Stange dabei um die lieben Tiere, die sich chamäleonartig der Umgebungsfarbe anpassen können, im Zaum zu halten, auch wenn sie normalerweise nicht sehr angriffslustig sein sollen. Doch ihr Biss, wenn er erfolgt, soll extrem schmerzhaft sein, soll zugleich die Blutgerinnung hemmen und kann aufgrund der 60 verschiedenen in die Wunde eingebrachten Bakterien sogar für Menschen tödlich enden, wenn nicht binnen 4 Stunden Hilfe kommt, d.h. im Notfall wird ein Schnellboot beordert, so dass der mittlerweile bewusstlose Patient rechtzeitig das Hospital erreicht. Erst da gibt es ein Antibiotikum, danach wird man nach Bali zur weiteren Hilfe ausgeflogen, also sollte man wirklich Abstand halten, denn die „familienfreundlichen“ Kanibalen verspeisen tatsächlich ihre Jungen, wenn diese sich nicht schnell genug auf Bäume in Sicherheit bringen können, nachdem sie nach 8 Monaten Embryonalphase geschlüpft sind, dort müssen sie solange leben und sich von Insekten ernähren, bis sie etwa 1 m lang gewachsen sind, dann sind sie groß genug um akzeptiert zu werden oder notfalls auch fliehen zu können vor den bis zu 3 m großen Artgenossen. 15-30 Eier legt eine Waranenmutter pro Jahr in ein 2m tiefes Loch. Anfangs bewacht sie dieses noch, dann aber lässt das Interesse nach. Die Waranenherren haben keine große Damenwahl, denn das weibliche Geschlecht ist in der Minderheit, also müssen sie um die Herzensdame kämpfen und diese kann im Notfall sogar lebensspendende Eier legen ohne Befruchtung. Die Komodo-Drachen ernähren sich ausschließlich von Fleisch und davon verspeisen sie reichlich. Selbst große Büffel stellen für sie als Nahrung kein Problem dar, indem sie diese lediglich ins Bein beißen. Dann wird

gewartet, bis das tödliche Gift nach etwa 2 Wochen seine Wirkung zeigt. Der Hunger ist nach dem üppigen Mahl erst einmal für längere Zeit gestillt. Zwischendurch gibt es mitunter mal fleischhaltige Küchenreste, so ist es praktisch sich in der Nähe der Komodo-Bewohner aufzuhalten und genau dort kann man sie relativ gut antreffen. Wenn alle Stricke reißen, dann begeben sich die so schwerfällig aussehenden Tiere ins Meer um Fische zu fangen.

Nach diesen Eindrücken fuhren wir zu einem sehr schönen weißen Strand mit vorgelagerten Korallenriffen im türkisblauen Meer. Der Strand nennt sich „pink“, doch den Grund für diesen Namen sieht man erst dann, wenn man sich an die Linie begibt, wo exakt die Wellen des relativ kühlen Wassers an den Strand plätschern, denn nur dort schimmert er außergewöhnlich rosa.

Anschließend gab es an Bord ein größeres Mittagsmahl und danach schipperten wir zur Insel Rinca, die wir nach ca. zweistündiger Bootstour erreichten, um die hier ansässigen Warane zu sehen. Diese leben von kleineren Tieren, müssen also häufiger fressen, halten sich aber ebenfalls bei den Hütten der Ranger und deren Familien auf. Dass die Behausungen auf Stelzen stehen, nützt im Notfall nicht wirklich etwas, denn die Warane können auch Treppen steigen. Sie werden seit einigen Jahren nicht mehr mit Ziegen gefüttert um sie für die Touristen anzulocken, denn das hat sie trotz verlockendem Speisenangebot auch unberechenbar aggressiv gemacht. Also ist es praktischer sie unter den Häusern herumlungernd zeigen zu können. Auf Rinca leben auch possierliche Äffchen. Diese sind in der Regel schnell und wagen sich sogar ein wenig an die träge erscheinenden Viecher heran, die jedoch bei der Beutejagd 18-20 km/h laufen können. Sie rennen nur immer geradeaus und so ist es von lebenswichtigem Vorteil, wenn der Gejagte im Zickzack fliehen kann.

Das Landschaftsbild ist auf beiden Inseln ähnlich: Hügel und Berge von hellgrünem Gras bewachsen, das ein Bild von einem weichen umhüllenden samtenen Moosteppich entstehen lässt. Unten breitet sich ein schmaler Streifen lichten Urwaldes aus von kleinen Bächen durchzogen. Danach schippert das Boot zurück vorbei an tausenden von extremen Strudeln, die für das Gefährt nicht ungefährlich sind. Unser Guide erzählte uns, dass das Boot bei seiner ersten Tour nachts in Seenot geraten sei. Man habe sich auf den Planken gerettet und sei zu einem Felsen geschwommen. Nach Stunden sei Rettung gekommen. Äußerst beruhigend, dieser Bericht! Oder etwa Seemannnsgarn? Zurück zu den unseren Eindrücken: Manchmal zog ein Delfin seine Bahn, manchmal tauchte eine riesige Schildkröte auf und verschwand wieder, fliegende Fische huschten vorbei, Vögel suchten sich Ruheplätze auf vorbeitreibenden Baumstämmen und irgendwann ging die Sonne orange rot unter, bis das Boot seinen Hafen wieder erreicht hatte…

Unsere nächste Tour auf Flores war dem 1639m hohen Kelimutu gewidmet. Dazu wählten wir einen Flug nach Ende statt mit dem Auto über schmale Gebirgsstraßen zwei Tage lang dorthin zu reisen ohne eine vernünftige Nachtruhe zu haben, zumal die Flüge mit Garuda durchaus erschwinglich sind und ganz moderne kleine Maschinen eingesetzt werden, die es schon schaffen auf einem der am schwierigsten anzusteuernden Flughäfen der Welt zu landen und zu starten, wenn die Vulkane, durch die sich der Pilot hindurchmanövrieren muss, nicht in Wolken gehüllt sind. Die vorherige Kontrolle an dem barackenähnlichen Flughafen in Labuan Bajo war der Hammer: die Geräte waren defekt, also fiel das Röntgen gänzlich aus, es wurde noch nicht einmal stichprobenartig das Gepäck genauer unter die Lupe genommen. Der Flughafen in Ende ist schon recht modern im Vergleich zu dem eben erwähnten. Wir ließen uns vom Hotelshuttle nach Moni am Fußes des Kraters gelegen abholen. Die Hauptstraße machte einen ordentlicheren Eindruck, aber das war´s auch schon. Wie sehr man in Ende am Ende ist, das erfolgt später. Erst einmal ging es ca. 3 ½ Stunden über eine Gebirgsstraße durch eine alpenähnliche Landschaft nach oben vorbei an Gebirgsbächen, Wasserfällen, wunderschönen an Bali erinnernden Reisterrassen, kleinen Ansiedlungen mit Kirchen, ursprünglichen Dörfern, bunte Gemüsemärkte, Palmen- und Bananenhaine, Engelstrompeten- und Weihnachtssternbüsche sowie ganz anders aussehendenden und sich wegen der kühleren Temperaturen sehr umhüllend gekleideten Menschen, die Touristen noch freundlich zuwinken. Auch hier kam die Kamera wieder nicht zur Ruhe, so äußerst interessant erschien uns alles.

An die Hotels in Moni –eigentlich kann man sie nicht so nennen- darf man keine Ansprüche stellen, aber z.B. sind die Zimmer der Bintang (=Stern) Lodge relativ sauber; hin und wieder funktioniert sogar die Warmwasserfunktion der Dusche, die bei ihrem Einsatz jedoch das Bad komplett überschwemmt. In die Küche sollte man sicherheitshalber keinen Blick werfen, denn ansonsten heißt die Alternative „hungern“. Stirbt übrigens ein Familienmitglied, so wird es gleich beim Haus prunkvoll begraben, damit der Weg zu der letzten Ruhestätte nicht so weit ist.

Ob man den Sonnenaufgang vom Krater aus sehen möchte, hängt nicht nur davon ab, ob man bereit ist dafür gegen 4 Uhr aufzustehen, sondern ob der Himmel es zulässt. Man kann mit dem Wirt vereinbaren, dass er gegebenenfalls weckt, wenn das Szenario schön zu werden verspricht. Andernfalls muss man um 6 Uhr aufstehen, die scheppernde Kirchenglocke gegenüber wird schon dafür sorgen, und wird zum Naturpark-Parkplatz gebracht. Von dort aus führt ein ca. 15 Minuten dauernder Fuß-Weg nach oben bis zu den ersten beiden Kraterseen und ein weiterer verlangt nochmals etwas Kondition für etwa 10 Minuten auf steilen Treppen zu einem weiteren Aussichtspunkt. Der Himmel kann sich sehr schnell zuziehen und dann ist es mit der Sicht vorbei. Wir hatten Glück und konnten noch rechtzeitig vor der Verhüllung den letzten Kratersee mit dem Namen „See der Alten“ bestaunen, der neuerdings grün statt rot ist, was er wohl schon längere Zeit vorher gewesen sein soll. Doch andererseits sollen ja gerade diese Seen ihre Farben je nach Klima und Mineralienzusammensetzung ändern. Die beiden ersten, der „See der Mädchen und Jungen“ sowie „der verzauberte See“ waren länger wolkenfrei, aber mit Sonnenschein hätte das Ganze natürlich noch um einiges umwerfender ausgesehen, doch wir waren mit dem sich bietenden Anblick zufrieden. Übrigens glauben die Bergbewohner/innen, dass die Seelen der Verstorbenen in die Seen einziehen und dass sich das Wasser verfärbt, weil die Verstorbenen über irgendetwas verärgert sein sollen. Nach dem Frühsport durch den kleinen Aufstieg kann man diesen noch etwas ausdehnen, indem man zurückwandert ins Dorf oder aber, wenn man noch ein wenig müde ist, sich vom Parkplatz aus bringen lässt. Unterwegs sollte man an den heißen Quellen eine Pause einlegen und sich nach Weiblein und Männlein getrennt in die Becken begeben –eine Wohltat nach der Wanderung. Danach wartet das Frühstück, was trotz aller Schmuddelei munden kann, wenn man nur bestimmte Speisen bestellt und sich ansonsten von Mitgebrachtem sättigt.

Die Rückfahrt nach Moni, die jetzt nicht mehr ganz so spektakulär ist wie die Hinreise, offenbart ihre Tücken: Geröllmassen und große Gesteinsbrocken, lockere Felsen, Erdrutschschutt und dergleichen fällt am Straßenrand auf. Der Fahrer erzählte, dass die Straße deshalb durchaus gesperrt sein kann, bzw. noch vor kurzem war und er zeigte uns den Abzweig zum „Umweg“ nach Ende, den wir glücklicherweise nicht austesten mussten. Ende ist zwar für uns nach wie vor das Ende der Reise und das Letzte, was man in einer Stadt erwarten kann, aber die für uns negativ gefärbte Benennung hängt mit einem König gleichen Namens zusammen. Alles in allem sollte man sich dort nicht aufhalten, denn der Schein, den Flughafen und Hauptstraße vermitteln, trügt arg. Ende ist ein Drecksloch, der Strand und auch der Basar die reinsten Müllhalden, Nebenstraßen für

Fußgänger/innen oft unpassierbar wegen Riesenpfützen, kein einigermaßen akzeptables Restaurant und das einzige Vorzeigehotel Grand Wisata hat einen grünen veralgten Pool –´seit Monaten´ hieß es von andren Gästen-, schmuddelige Badezimmer, in denen die Dusche den winzigen Raum überschwemmt, wenn sie denn überhaupt funktioniert –bei 10 Zimmern kam kein Wassertröpfchen aus der Leitung, man duschte am Pool und ging dort zum WC- und Kakerlaken sind die netten Mitbewohner. Von den vielen Speisen auf der Karte des hoteleigenen und so geschriebenen, daher vielversprechenden Restaurants „Edelweis“ gab es nur eine minimale Auswahl und alles schmeckte nach dem Motto „der Hunger zwingt´s rein“. Wenn das Frühstücksbüffet durch frühe Gäste leer gegessen wurde, gibt es im Prinzip keinen Nachschub mehr, denn offenbar heißt es auch hier „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Wohl dem, der wiederum vorgesorgt hat durch einen Einkauf im Supermarkt, den der Ort tatsächlich zu bieten hat und dann nichts wie weg von Ende. Schade am Ende in Ende um dieses Ende einer so schönen Reise.

Nach der Landung auf Bali wirkt dieses wie eine luxuriöse Großstadt und man ist tatsächlich einmal dankbar dieses Flair, das in Flughafennähe im Süden ansonsten einen leicht negativen Beigeschmack hat aufgrund des Massentourismus und der Hektik, nun genießen zu können. Dennoch ist Flores trotz allem absolut eine Reise wert.

Bild 1 zur Urlaubsidee »Flores, eine der vielen indonesischen Inseln und ihre Attraktionen«

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