Ägypten einmal ganz anders: Der "Wüstenanthroposoph" und sein Werk, die Sekem-Farm
Verfasst von Joamar am 22. September 2011
Im Anfang war nur Wüste. 1977 kaufte der Ägypter Dr. Abouleish 70 Hektar davon, etwa 60 Kilometer nordöstlich von Kairo.
Er war lange Jahre erfolgreich in der pharmazeutischen Forschung in Deutschland, Österreich und Amerika tätig gewesen, bevor er sich nach eingehendem Studium der Anthroposophie entschloss, in seine Heimat zurückzukehren. Dabei leiteten ihn seine innere Stimme, die Begeisterung an der Arbeit, seine grenzenlose Liebe und seine entsprechenden Visionen:
• Menschen aller Nationen und Kulturen sollten in Frieden, Toleranz und Bescheidenheit miteinander arbeiten und lernen und ihr Wissen in den Dienst von Erde und Mensch stellen
• Talente aller Lebensbereiche, Altersgruppen und jeglichen Bewusstseinsstandes, die übersinnliche Welt anerkennend und nach Erkenntnissen suchend, sollten gefördert werden
Der Sand wurde trotz vieler Anfangsschwierigkeiten der unterschiedlichsten Art allmählich durch die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise und das durch aufwändige Bohrungen sprudelnde Wasser zu fruchtbarem Boden für Gemüse, Heilpflanzen und zahlreiche schattenspendende Bäume; ihnen folgten die Tiere.
Heute umfasst die SEKEM- (=sonnenhafte Lebenskraft) Group mehrere Wirtschaftsbetriebe von der landwirtschaftlichen Produktion über Heilpflanzenanbau, -verarbeitung und die Vermarktung von Frisch- und Trockenprodukten, über den Konfektionsbetrieb für Kleidung aus eigener Baumwolle (Dr. Abouleish konnte die Verantwortlichen in der Regierung überzeugen, dass das Spritzen von Pflanzenschutzmittel aus der Luft verboten wurde) bis hin zur Kette von Naturkostläden.
Mehr als 400 Farmen entlang des Nils sind als Kooperationspartner angegliedert. Weitere Großprojekte sind geplant. Die erwirtschafteten Gewinne kommen dem Aus- und Aufbau der Betriebe und der sozial-kulturellen Arbeit zu Gute.
Zur Farm gehören auch ein Kindergarten, eine Schule mit Abiturmöglichkeit, ein Gesundheitszentrum für die Mitarbeiter und Menschen der Umgebung, ein Berufsausbildungszentrum für Jungen und Mädchen in den Bereichen Holz, Metall, Elektrotechnik und Schneiderei, eine "Akademie für angewandte Wissenschaften und Kunst", in der praxisorientiertes Forschen für die Probleme der Gegenwart und den Ägyptern gemäße Kunsterziehung betrieben werden. Die private Heliopolis-Universität beginnt voraussichtlich 2012 mit ihrem Studienbetrieb.
Die islamische Tradition des religiös durchwirkten Lebens kommt ebenfalls zu ihrem Recht. Die Anthroposophie sieht hier ihre Aufgabe darin die europäisch-christliche und arabisch-muslimische Kultur im religiösen Bereich zusammenzuführen.
So entstand in kurzer Zeit ein soziales, menschliches, wirtschaftliches und kulturelles Gesamtkunstwerk mit großer innerer Dynamik und großer Ausstrahlung,
Für sein Lebenswerk erhielt Dr. Abouleish 2003 mit weiteren drei Preisträgern den alternativen Nobelpreis.
Kairo
Ägypten ist nicht ohne seine Geschichte zu verstehen, so ist es während eines Sekem-Aufenthalts geradezu obligatorisch das pulsierende Kairo zu besuchen, und zwar zunächst die gigantischen Pyramiden von Gizeh und die Stufenpyramide von Sakkara -alle etwas außerhalb in der Wüste liegend- sowie das beeindruckende ägyptische Museum mit den Schätzen aus dem Grab des Tutanchamun.
Auch die Alabaster-Moschee sollte man nicht versäumen und den Blick von der Zitadelle aus auf die riesige Stadt mit ihrem permanenten Verkehrschaos.
Zur großen geschichtlichen Vergangenheit gehören ebenfalls die koptischen Kirchen, die von der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten künden.
Natürlich muss man auch einmal das bunte geschäftige Treiben des Orients auf dem Basar erleben oder sich per Boot das Leben der alten Ägypter an den Nilufern einer Museumsinsel zeigen und erklären lassen.
Wer genug Zeit mitbringt, kann durch die Wüste zur grünen Oase Fayoum fahren (es gibt dort seit geraumer Zeit einen weiteren biologisch-dynamisch wirtschaftenden Betrieb), in deren Nähe ein Salzsee liegt.
Luxor und weitere bedeutende Stätten am Nil
Ebenso beeindruckend wie die Pyramiden in Kairos Umgebung ist selbstverständlich ein Besuch in den Tempeln und Gräbern von Luxor, Edfu, Kom Ombo, Assuan und Abu Simbel.
Diese Stätten kann man -von der letzten einmal abgesehen, die einen eigenen empfehlenswerten Ausflug erfordert- im Zusammenhang mit einer Nilkreuzfahrt erkunden.
Am Roten Meer
Ist man erst einmal in Luxor, so ist der Weg ans Rote Meer zu einem erholsamen Ausklang dort nicht mehr weit, z..B. bringen Taxis die Gäste zu den Resorts am Strand.
Vereinzelt haben die Hotels eigene Koralleninseln zu bieten, die auch ungeübten Schnorchlern einen Blick in die Unterwasserwelt ermöglichen.
Sinai: Mosesberg und Katharinenkloster
Vom Roten Meer aus kann man per Schnellboot oder aber noch von Kairo aus per Bus auf die Sinaihalbinsel gelangen, dort den Mosesberg bei einem unvergesslichen Sonnenaufgang erklimmen und danach das Katharinenkloster besuchen, in dem angeblich noch immer der in biblischen Zeiten brennende Dornenbusch steht.
Auch an den Gestaden des Sinai lässt es sich abschließend wunderbar urlauben.
SEKEM-pur (Mindestteilnehmerzahl 2)
Reisedauer: 8 Tage/7 Nächte. Flug von Deutschland nach Kairo. Transfers SEKEM- Flughafen. Komplette Betreuung durch SEKEM-Mitarbeiter, deutschsprachige kompetente Führung; Transfers und Eintritt zu den Ausflugszielen gemäß Programm; in SEKEM biologisch-dynamische VP (inkl. alkoholfreier Getränke).
Preise*: p.P. im ½ DZ 1390 Euro, EZ-Zuschlag: 90 Euro (*Stand: September 2011)
SEKEM-plusLuxor (5 Tage/4 Nächte wie Sekem-pur + 5 Tage/Nächte Luxor mit deutschsprachigen Führungen, HP in Luxor)
Preise*: p.P. ½ DZ 1740 Euro, EZ-Zuschlag: 90 Euro (*Stand: September 2011)
Weitere Kombinationen auf Anfrage

Ein Kamille-Kind auf der Sekem-Farm
Informationen
Kosten
ab 1390 €
Weblink
www.thomasklueber.de/Sekem-rei…
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