Fernreisen

Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert

Verfasst von Irenes am 10. November 2010

Irenes

Ich war 2009 mit meiner Familie (Mann und zwei Söhne 14 und 11 Jahre) vier Wochen lang auf eigene Faust im Mietwagen unterwegs in Südafrika und wir haben uns alle unsterblich verliebt - in die grandiosen Landschaften, die wunderbare Tier- und Pflanzenwelt und die gastfreundlichen Menschen.

Unser Trip startete in Johannesburg und mein Mann hatte seine ersten Linksfahr-Erlebnisse mitten in der Rush-Hour. Trotzdem erreichten wir unser Hotel in Pretoria ohne Probleme. Schon hier dämmerte uns, dass in Südafrika "Familienzimmer" nicht gleichzusetzen ist mit einem Kämmerchen in das 4 Betten gepfercht werden. Zwei Schlafzimmer, ein Wohnraum mit Sitzgarnitur und eine voll ausgestattete Küche - alles war vorhanden. Trotzdem zogen wir die ausgezeichnete Küche des Hotelrestaurants vor.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in Richtung Panorama Route. Im bezaubernden Bergdorf Lydenburg fanden wir eine bezahlbare Riesenwohnung, von der aus wir uns auf den Weg zu den verschiedenen Aussichtspunkten des Blyde River Canyons aufmachten. Tosende Wasserfälle, bizarre Felsformationen, von Wasser ausgefressene Schluchten und lustige Äffchen und Paviane unterhielten uns den Tag über.

Der Mapungubwe Nationalpark war unser nächstes Ziel, aber zuerst erhielten wir eine Privatführung durch die Echo Caves in der Nähe des Canyons. Unser Führer Lukas erzählte uns spannende Geschichten aus der Vergangenheit seines Volkes und die Entstehung der Höhle.
Der Mapungubwe Park liegt am Limpopo, dem Grenzfluss Südafrikas nach Botswana und Simbabwe. Dieser Parks ist als Transfrontier Park geplant, d. h. die Tiere sollen ohne Barrieren im gesamten Gebiet hin und her wandern können. Unser Family Cottage ließ keine Wünsche offen und eingebettet in rote Sandsteinfelsen fand sich sogar ein kleiner Swimmingpool. Unser Sunrise-Walk (mit Führer) am nächsten Morgen führte durch ein afrikanisches Märchenland mit Baobabs, gespenstischen Baumskeletten über Hügel und an Bachläufen entlang. Zur Belohnung für unsere Mühen zeigten sich Elefanten beim Morgenmahl, Giraffen, Impalas, Klippspringer, Zebras, Kudus und Warzenschweine. Und bei unserer Rundfahrt am Nachmittag konnten wir Herden von Büffeln beobachten.
Unsere afrikanische Vorstellungswelt war vollkommen wahr geworden, als wir uns über Musina auf den Weg zum Krügerpark machten. Über das Pafuri Gate ganz im Norden fuhren wir in den Krüger Park ein. Impalas und Kudus waren so zahlreich am Straßenrand vertreten, dass wir schon bald das Interesse daran verloren. Der Adrenalinspiegel stieg erst wieder auf der Brücke über den Luvuvhu, denn dort unten am Fluss balgten sich zwei Warzenschweine und ein Krokodil sonnte sich faul am Ufer.

Die Fahrt zum vorgebuchten Shingwedzi Camp zog sich hin – schließlich mussten wir dann doch immer wieder anhalten, um Elefanten-, Zebra und Giraffenfamilien zu beobachten, die in nur wenigen Metern Entfernung unseren Weg kreuzten. Unsere nächste Tagesetappe führte uns zum Pioneer Dam, wo uns eine sehr zahlreiche Flusspferd-Familie erwartete. Und auch einige Krokodile stritten sich um den besten Platz für das spätnachmittägliche Sonnenbad.

Im Mopani Camp genossen wir zum Tagesabschluss einen unvergleichlichen Sonnenuntergang über dem Stausee. Das Afrika Feeling war zum Greifen nah. Was uns zu unserem Glück noch fehlte waren die großen Kätzchen – Löwe und Leopard. Beide begegneten uns am nächsten Tag gleich mehrfach. Eine Löwendame spazierte mit ihrem Nachwuchs am Flussufer entlang und ein etwas zerrupft aussehender Löwenherr begleitete uns eine Weile die Straße entlang. Und die im Baum auf Beute wartende Leopardendame hatte sich nur für uns so toll in Pose gesetzt.

Im Tamboti Zeltlager amüsierten wir uns sehr über einen Dachs, der überaus geschickt sämtliche Mülltonnen erst einmal umwarf, um sie dann in aller Ruhe nach Essbarem zu durchsuchen. Von Zeit zu Zeit streckte er dann den Kopf aus der Tonne, wahrscheinlich um nachzusehen, ob er auch noch genügend Zuschauer hätte. Immer weiter führte uns unser Weg in die südlichen Gebiete des Krügerparks.

In der Nähe des Pretoriuskop-Camps trafen wir dann endlich auf unser erstes Nashorn. Ein gewaltiger Koloss stand vor uns am Straßenrand, um mit viel Gestöhne seine Losung als Markierung seines Gebietes abzusetzen. Ohne uns groß zu beachten setzte er seinen Weg gleich wieder fort. Nach sechs aufregenden Tagen im Krüger Park mussten wir leider weiterziehen. Die Big Five konnten wir auf unserer Liste abhaken. Außerdem hatten wir Hunderte von Gazellen, Zebras, Elefanten, Antilopen und Giraffen gesehen. Löwen, Nashörner und Flusspferde waren zwar nicht so zahlreich, hatten sich aber immerhin bereitwillig gezeigt und der Höhepunkt war natürlich „unser“ Leopard gewesen. Zum Abschied winkten uns vom Straßenrand sogar noch zwei Hyänen zu.
Eine Fahrt durch Swaziland wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Swazi-Bergwelt imponiert sowohl mit lieblichen Hügeln als auch schroffen Felswänden, mit Wasserfällen und ausgedehnten Wäldern. Im Cultural Village im Ezulwini Tal erfuhren wir viele Details über das ursprüngliche Leben der Swazi und genossen eine Sing- und Tanzvorführung des Stammes.

Sehenswert sind auch der Malotja und der Mlilwane Park. Und übrigens – die südafrikanische Wildcard für vergünstigten Parkeintritt gilt auch hier. Im Süden des Landes ist ein neues Parkgelände am entstehen – der Nisela Safari Park und Lodge. Wunderschöne Rondavels gibt es schon, ebenfalls einiges Wild und Zebras – und ein (eingesperrtes) eher faules Krokodil. Wir verließen Swaziland nach zwei ereignisreichen Tagen, hatten wir doch die Vorbereitungen zum jährlichen Reed-Dance hautnah miterlebt.
Kwa-Zulu-Natal begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Die Landschaften des Hluhluwe-Imfolozi Parks mit dunklen Wäldern und Dschungelgebieten sind ganz anders als die Steppen und Savannen des Krügerparks. Umso überraschter waren wir von der Vielfalt der Tierwelt auch in diesem Park. Die üblichen Impalas, Zebras, Giraffen und Elefanten wechselten sich ab mit Büffel, Nyalas und Nashörnern.

Hluhluwe-Imfolozi ist der Nashorn-Park schlechthin in Südafrika. Da jedes Nashorn ein ausgedehntes Revier braucht, werden Jahr für Jahr die überzähligen Tiere eingefangen und an andere Parks weitergegeben. Und so ist es vielleicht gar nicht so ungewöhnlich, dass wir an unserem zweiten Parktag 14 Nashorn-Sichtungen zählten – davon eine Familie mit zwei Babys und einem Nashornbullen mit gewaltigem Horn. Die Häuschen im Park waren mit die besten auf unserer Reise – ebenso wie das ausgezeichnete Restaurant im Hilltop Camp. Und Löwen gibt es dort auch – mit etwas Glück laufen die einfach so auf der Straße spazieren.

Ein ganz entzückender Urlaubsort ist St. Lucia am Indischen Ozean. Kleine Lädchen laden zum Stöbern und Einkaufen ein und unsere Söhne hatten ganz schnell entdeckt, dass es hier Bilabong, Quicksilver und ähnliche Designer T-Shirts zum Superpreis gibt. Bei dem Preis kann sogar Mama nichts mehr gegen Designer-Klamotten einwenden. Mit baden, relaxen und einer Rundfahrt durch den Greater St. Lucia Wetland Park verbrachten wir einige faule Tage am Meer.

Ein Ausflug führte uns zur Emdoneni Lodge & Game Farm, ein Projekt, in dem verwaiste und verletzte Raubkatzen rehabilitiert und gezüchtet werden. Wildkatzen, Geparden, Servals und Luchse kann man dort aus nächster Nähe betrachten und eine Menge an Informationen über Lebensraum und Bedrohung der stolzen Tiere vom Ranger bekommen. Für die Kids war der absolute Höhepunkt natürlich das Streichelgehege. Was gibt es auch schöneres, als ein Gepardenbaby im Arm zu halten und zu streicheln.

Unser letzter Reiseabschnitt führte uns in die grandiose Bergwelt der Drakensberge. Schon die Anfahrt über die Midlands erinnerte uns and die lieblichen Landschaften des bayerischen Voralpenlandes und so wunderten wir uns nicht darüber, dass es hier von schweizerischen, deutschen und österreichischen Restaurants, Pensionen und Lädchen nur so wimmelte. Je näher wir dem Giants Castle Gebiet kamen desto schlechter wurde die Straße (Schlaglöcher in Sarggröße) und umso besser das Panorama. Die schroffen Felsen des Giants Castle wirken am schönsten im Morgen- oder Abendlicht. Ein Paradies für Wanderfreunde. Kulturell Interessierte kommen bei den Felsmalereien der San auf ihre Kosten, die in Höhlen nahe des Camps zu finden sind. Allzu viele Tiere darf man sich hier aber nicht erwarten.

Fast noch spektakulärer ist der Royal Natal National Park, speziell das Thendele Camp. Die Selbstversorger-Häuschen liegen auf halber Höhe am Berg mit einem Blick auf das Amphitheater der umliegenden Drakensberge, der seinesgleichen sucht. Auch hier stehen Wanderungen auf dem Programm. Für Belustigung sorgen die campeigenen Paviane, die gerne mal ans Küchenfenster klopfen. Ein Traum für Familien!

Die vorletzte Etappe durch den Golden Gate Highlands Park enttäuschte uns dann in vielerlei Hinsicht. Die Landschaften und Ausblicke waren nicht so toll wie im Reiseführer beschrieben und die Parklodge, in der wir übernachten wollten, war wegen Renovierung geschlossen. Wir fanden zwar in Clarens zwei hübsche Puppenstubenzimmer in einer privaten Bed & Breakfast Pension mit einem grandiosen Frühstück, waren aber doch insgesamt schon ein wenig wehmütig gestimmt – nur noch zwei Tage bis zum Rückflug.
Wer Afrika mitten in der Großstadt spüren will, der sollte in Johannesburg unbedingt den Lion Park (www.lion-park.com) besuchen. Dieser Park hat ein großes Freigelände mit Impalas, Giraffen und Zebras und einige umzäunte Löwengehege, die man mit dem Auto durchfahren kann. Hier leben diverse Löwenrudel samt Nachwuchs, die teilweise sehr neugierig direkt ans Auto kommen. Schlechte Nerven darf man da nicht zeigen.

In der Cub World dann wieder ein Streichelgehege – diesmal mit Babylöwen, die sich gerne auch von Erwachsenen liebkosen lassen. Wer auch ohne großen Komfort auskommt, kann sich in einem der Campzelte einmieten. Nach 17.00 h, wenn der Park geschlossen ist, kommen die Tiere ganz nahe ans Zeltcamp. Wenn dann langsam um einen herum das Lichtermeer Johannesburgs zu leuchten beginnt und mit dem Sternenhimmel um die Wette funkelt will kaum noch jemand je nach Hause zurück. Ich habe Heimweh nach Südafrika….

Organisatorisches: Die Camps in den Nationalparks, vor allem im Krügerpark unbedingt vorbuchen – man hat vor Ort keine Chance auf eine Unterkunft. Familienunterkünfte sind überall erhältlich (leider so gut wie gar nicht in deutschen Veranstalterkatalogen, ich kann dabei aber gerne weiterhelfen). Einkaufen und Essen gehen war wesentlich günstiger als in Deutschland – Preise in etwa die Hälfte der deutschen Preise. In guten Supermärkten (Spar) bekommt man vom Gummibärchen bis zum Putenschinken alles, also keine Angst, auch Kinder mit ungewöhnlichen Essgewohnheiten müssen nicht verhungern. Die Unterkunftspreise vor Ort lagen im Durchschnitt bei rund 100 Euro pro Tag, immer mit zwei Schlafzimmern, meist mit Wohnzimmer und Fernseher sowie voll ausgestatteter Küche. Bettwäsche und Handtücher werden immer zur Verfügung gestellt. Die Zimmerreinigung ist grundsätzlich im Preis inklusive.
Zur Sicherheitslage: wir waren nicht in Townships unterwegs, sondern haben uns eher auf kleinere Orte beschränkt. Dort haben wir uns überall sicher und willkommen gefühlt. Die Südafrikaner sind äußerst hilfsbereit und gastfreundlich, man sollte aber relativ gut Englisch sprechen. Wir können Südafrika auch als Familienziel jederzeit empfehlen.
 

   
Bild 1 zur Urlaubsidee »Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert«

Nashornfamilie im Hluhluwe-Imfolozi-Park

Bild 2 zur Urlaubsidee »Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert«

Ndebele-Malerein im Camp nähe Middleburg

Bild 3 zur Urlaubsidee »Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert«

Blyde-River-Canyon Panorama Route

Bild 4 zur Urlaubsidee »Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert«

Tanzdarbietung der Swazi im Ezulwini Cultural Village

Bild 5 zur Urlaubsidee »Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert«

Zebrafamilie im Krügerpark

Bild 6 zur Urlaubsidee »Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert«

Löwe im Krügerpark

Bild 7 zur Urlaubsidee »Südafrika mit Familie - Tiererlebnisse garantiert«

Elefant Mapungubwe Park

Informationen

Keine Geoinformationen zu dieser Urlaubsidee

Urlaubsidee bewerten und empfehlen

 

Ihre Frage/Kommentar

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Copyright © 2011 1000 Urlaubsideen Alle Rechte vorbehalten.

Nach oben